Dienstag, 29. November 2011

Lieber Gott- Song von Marlon


Lieber Gott,
Sag mir, warum muss das sein,
Leid wohin ich seh und meistens wo ich's nicht versteh
Sag mir, ist es gerecht, dass es manchen so schlecht und anderen viel zu gut geht
Hast du die Karten verteilt,
Entscheidest du, für wen die Sonne lacht und für wen es immer schneit

Lieber Gott,
Frag mich wirklich nach dem Sinn
Ich denk so oft, dass was nicht stimmt
Bist du bei uns oder sind wir schon verlor'n

Warum gibt es Gewalt?
Warum gibt es Hass?
Warum gibt es Menschen, die Soldaten sind?

Bitte sag mir den Grund,
Bitte sag mir, warum ich mich manchmal so allein fühl

Öffne mir die Augen,
Bade mich im Licht
Ich würd' so gerne an dich glauben
Sag, hörst du mich nicht

Lieber Gott,
Manchmal is es wirklich schlimm
Und ich weiß nicht mehr wohin
Und dann kommt es mir vor, als wenn die Welt in Trümmern liegt
Und ich seh mich um, alles froh und bunt
Und ich frag mich, sind sie alle taub und blind

Bitte sag mir den Grund,
Bitte sag mir, warum ich mich wieder so allein fühl

Öffne mir die Augen,
Bade mich im Licht
Ich würd' so gerne an dich glauben
Sag, hörst du mich nicht

http://www.youtube.com/watch?v=1tHlveeCSQ8

Sonntag, 27. November 2011

...Sowas...





Das ist Johanna 2. Johanna 1 ist mittlerweile Schwanger! (Nur zur Info Johanna 1 ist auch ein Schwein!) :)
Wisst ihr, warum sie dieses Schwein auf unserer Finka auch Johanna genannt haben? Sie meinten, " Naja, du wirst doch auch immer so rot, wenn du von Felix erzählst - da passt das doch!" Chichi...:)

Ja, es ist mal wieder etwas Zeit vergangen seit ich das letzte Ma geschrieben hab...was soll ich schreiben... war halt viel zu tun hier! :) Zum Beispiel habe ich meine Finka einmal über Nacht besucht und wir haben Nachmittags einen ganz tollen Wasserfall in den Bergen entdeckt. Das Bild zeigt übrigens nur den kleinen, nebenan war ein richtig großer!


 Ja, also in der Zwischenzeit hab ich seelisch sehr viel durch gemacht. Ich weiß nicht woran es lag, aber ich war in ein Loch gefallen und schien da nicht mehr rauszukommen. Vielleicht lag es daran, dass knapp die Hälfte der 8Monate rum ist?! Vielleicht daran, dass meine Arbeit hier, dass was ich hier sehe und in mir aufnehme, manchmal nicht ganz so leicht ist?! … Mir fiel es schwer Deutschland und Nicaragua zu vereinbaren. Ich habe meine Familie und Felix schrecklich vermisst, aber auf der anderen Seite will ich hier auch nicht weg, ja weiß noch nicht einmal, wie ich es jemals schaffen soll, von diesem Ort und all meinen lieben Leuten hier Abschied zu nehmen?! Mein Herz war hin und hergerissen- zum Glück hat Gott mich aufgefangen und Menschen an meine Seite gestellt- und ans Telefon, die für mich da waren.

 Diese Woche dann war ich 6Tage mit zwei Freunden auf dem Rio San Juan unterwegs. Es tat gut einfach mal raus zu kommen- meine Gedanken, meine Arbeit, meine Gefühle- all das Mal von weiter weg zu betrachten. Und ja, ich bin glücklich zurück gekehrt und mir geht es mittlerweile wieder gut- ja sogar sehr gut! Das erstaunliche an solchen Phasen ist ja, dass man danach die Chance hat gestärkt daraus zugehen und ich hab das Gefühl, als würde mir das gerade gelingen. … Nach jeder Dunkelheit wird es hell…

 Ich bin schon so gespannt übrigens, weil nächsten Donnerstag unser Ferienprogram beginnt. Zum Auftakt werden wir einen Kinderzirkustag anbieten- dafür ist noch so viel vorzubereiten, aber nach einer Woche Urlaub haben wir alle wieder neue Kräfte und werden das schon schaffen. Apropro Urlaub, der war wirklich genial. Da die Region um den Rio noch nicht wirklich touristisch erschlossen ist war die Reise dorthin schon ein Abenteuer. 15h mit einem Boot über den Nicaragua See (übrigens der einzige See der Welt der große- wirklich große Haie hat!), dann mit klapprigen Bussen weiter (ich dachte immer die Busse in San Juan wären alt und Klapprig, aber ich konnte mich eines Besseren belehren lassen!) und dann auf dem Rio ging es mit kleinen Booten weiter.

 Es war traumhaft schön- auf einem breiten Fluss zwischen dem Dschungel zu fahren. Ich konnte Nicaragua noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen lernen- so wie die Menschen hier leben, ohne Tourismus und großen Einfluss von außen- einfach Ursprünglich. Wir haben dann auch viele nette Leute kennengelernt und unter anderen dann auch eine Kakao- Finka besucht, die die Schokolade für „Ritter Sport“ produziert.


 Die Menschen wohnen fern ab der Zivilisation- das nächste kleine Dorf ist 1h mit dem Boot weg! Ohne Strom leben dort 12 Menschen und betreiben diese Finka. Es war super lustig mit Ihnen, aber als sie uns erzählten wie wenig sie für ihre Arbeit bekämen drehte sich mir der Magen um… und ich dachte nur: Zum Glück kann diese Familie noch andere Produkte verkaufen, um sich einigermaßen über Wasser zu halten…Im wahrsten Sinne des Wortes…

Als wir so auf dem Fluss unterwegs waren konnten wir neben Affen, wunderschönen exotischen Vögeln, großen Eidechsen auch ein Faultier sehen- chichi, das gemütlich am Baum hing und in der Sonne Mittagschlaf hielt! Ja und heute, Samstag, sind wir dann wieder heil in San Juan del Sur angekommen. 

Was wirklich sehr spannend ist, ist die Tatsache, dass es bei euch nun Winter ist und Vorweihnachtszeit. Ja, gut, Vorweihnachtszeit ist auch hier, aber ehrlich gesagt kommt davon nichts bei mir an. Hier und da gibt es Tannenbäume aus Plastik oder so… ansonsten bruzelt die Sonne heiß herunter … Ist vielleicht aber auch besser so! Ich merke, wenn ich mit Leuten aus Deutschland telefoniere und im Hintergrund Weihnachtsmusik höre, dass es ein komisches Gefühl ist und… ja, klar, würde ich jetzt auch gerne über einen Weihnachtsmarkt schlendern… aber, hey, Nica ist auch nicht so unübel! ;) Auf alle Fälle hoff ich, dass ihr die wunderbare Vorweihnachtszeit so richtig genießt? Bitte esst für mich ordentlich gebratene Mandeln und gaaaanz viele Lebkuchenherzen mit! :)
Eimei, ich hoffe sehr, dass es euch gut geht! Seid ganz lieb gedrückt! In Gedanken schick ich euch viele warme Sonnenstrahlen für die kalten Nächte!
Eure Johanna
P.S  Noch was organisatorisches: Bitte ab Mitte Dezember keine Post mehr schicken… meistens brauch sie um die 4Wochen (Tendenz länger!) und…naja, Ende Januar toure ich ja weiter nach Kolumbien. :)

Mittwoch, 9. November 2011

...Tralalala

 

Hallöchen meine Lieben
Ah mei, da ist schon der Oktober rum und fidelibum haben wir November. Tja, während bei euch das Herbstwetter so langsam dem Frost weicht, knallen hier die Sonnenstrahlen nur so runter. Es ist wirklich sehr warm wieder geworden. Ich freu mich schon auf den Dezember, wenn die „Winde“ kommen und es wieder frischer wird. Wenn es so crass warm ist kann man kaum was sinnvolles machen. Im Zimmer chillen geht aber auch nicht so gut, … weil es halt so warm ist. Selbst wenn ich den Ventilator anmache… Aber gut, es gibt auch wirkliche Sorgen auf der Welt, als die Hitze…
Am 31. Oktober war ja Halloween. Hier in Nica wird das kaum gefeiert- ist ja ein sehr katholisches Land und dementsprechend geht das vielen Menschen hier gegen den Strich! Aber es gibt halt sehr viele Touris aus den USA und dementsprechend haben viele Bars abends ne Feier angeboten. Warum wir Mädels uns dafür so komisch verkleidet haben weiß ich nicht… aber es hat auf alle Fälle sehr viel Spaß gebracht! 
 

In der ersten Novemberwoche war dann Theresas Geburtstag. Sophie und ich wollten unbedingt einen Kuchen machen. Während ich da aber eher der Typ bin, der einfach schnell einen Marmorkuchen gemacht hätte, wollte Sophie eine Schwarzwälder Kirschtorte zaubern. Ja ZAUBERN… denn wie sollte so was hier in NIca möglich sein hab ich mich gefragt…mal ganz davon abgesehen, dass mir das in Deutschland nie gelungen wäre!!! Auf alle Fälle haben wir tatsächlich so einigermaßen alle Zutaten hier bekommen- was einem Wunder gleich kommt! Wir haben dann tatsächlich mehr oder weniger den ganzen Tag gebraucht…aber am Ende- Taterarta…. Und sie schmeckte sogar nach Schwarzwälder Kirschtorte!


Abend sind wir dann noch lecker Essen gegangen mit allen Mädels, was mal wieder super lustig war!
Die Woche dann über waren wir wieder in verschiedenen Dörfern und haben uns dort über die Lage erkundigt. Also wie viel durch den Regen von der Ernte zerstört wurde, wie es den Menschen allgemein dort geht… und dann haben wir wieder Nahrungspakete verteilt. In dem einen Dorf gab es super viele Kinder, das war echt schön mit ihnen wieder zu spielen. Auf der anderen Seite war dort die Armut so groß, wie ich sie noch in keinem Dorf gesehen hab und das hat mich dann doch ganz schön mitgenommen. Als wir uns dann noch mit einer Lehrerin unterhalten haben, die erzählte, dass nur wenige Kinder in die Schulen kommen würden und unter den wenigen viele sind, die mit 12Jahren noch in der 1.Klasse sind…hat mich das sehr zum nachdenken gebracht. Viele Kinder werden nicht zur Schule geschickt, weil die Eltern selber nicht lesen und schreiben können und es nicht als wichtig ansehen. Andere, weil sie mit auf den Feldern arbeiten müssen…Trotz der großen Armut dort und der allgemein schwierigen Situation hatten die Kinder ein Lächeln drauf, was ihnen direkt aus ihren Herzen zu scheinen kam. Ich glaube manchmal das die Menschen hier mehr gelernt haben glücklich zu sein, als anderswo auf der Welt…



Und dann die Wahlen! Ja, am Wochenende wurde gewählt. Ich könnte jetzt ein Buch füllen mit Informationen darüber… Nur so viel: Wie zu ahnen war, hat die FSLN gewonnen mit 62,68%. Ob die Wahlen wirklich demokratisch waren ist sehr schleierhaft und es gibt viele Organisationen der Zivilgesellschaft und einige Parteien, die das Ergebnis nicht anerkennen. Es gab aber auch viele hupende Autos die mit wilden fahnengeschwänke freudestrahlend die Straßen füllten, nach der Bekanntgebung der Ergebnisse. (Übrigens wurden schon Wochen zuvor an jedem Haus die Parteiflagge gehängt, die dort gewählt wird- hier geht man ein bissel anders um mit den Wahlen….) Am Wochenende selbst gab es zum Glück kaum Ausschreitungen! Nun kann man denken was man will über diesen Ausgang… Das einzige was ich weiß und hoffe ist, dass die verantwortlichen Politiker lernen mit ihrer Macht hier besser umzugehen und den Menschen mehr zur Selbsthilfe verhelfen…
Tja und zum Schluss noch eine tolle Nachricht. Ich hab mich gestern Nacht endlich das erste Mal getraut in dieser einem Bar mir die Gitarre zu schnappen und ein liedchen zu trällern… ich war anfangs derbe aufgeregt, doch als ich auf der Bühne stand und anfing, war alles wie weggeblasen. Ich hab mich daran erinnert, wie ioch Deutschland mit 14 Jahren das erstemal „Whats Up“ auf einer Bühne gesungen hab und…was soll ich sagen, es war der Hamma. Ich hatte so viel Spaß und bin so erfüllt uns glücklich an diesem Abend nach Hause gegangen…was für ein Glück das dies jeden Dienstag Abend in dieser Bar möglich ist….
So, das wars mal wieder von mir. Ich hoffe sehr, dass es euch allen gut geht?! Seid ganz lieb gedrückt!
Eure Johanna